Deut/Eng] Flüchtlingsdemonstration in Heiligenstadt - Das Isolationslager in Breitenworbis muss Weg!!

Deut/Eng] Flüchtlingsdemonstration in Heiligenstadt - Das Isolationslager in Breitenworbis muss Weg!!

Foto: Breitenworbis Flüchtlings-Isolationslager
Pressespiegel http://thevoiceforum.org/node/2908

Das Isolationslager in Breitenworbis muss Weg!!

11.September 2012
Kundgebung um 14.00 Uhr am Bahnhof
Beginn der Demonstration um 15.00 Uhr


3Sat mediathek Report: Für mehr Menschenwürde
Flüchtlingsproteste in Deutschland: Die Proteste von Asylbewerbern in Deutschland nehmen zu, insbesondere seit sich ein Asylbewerber in Würzburg Anfang 2012 das Leben genommen hat und zwei iranische Flüchtlinge sich die Münder zugenäht hatten und in Hungerstreik getreten waren. Inzwischen hat sich in acht deutschen Städten eine Protestbewegung von Flüchtlingen...⊕
Break Isolation Protestmarsch und Protest der Flüchtlinge für die unverzügliche Schließung des Isolationslagers in Breitenworbis, Mühlhauser Straße 35 am 29.08.2012 auf 3Sat mediathek

Videos: IsolationsLager Breitenworbis außen & innen
VIDEO I

VIDEO II.

links: http://thevoiceforum.org/search/node/Breitenworbis

Das Isolationslager in Breitenworbis muss weg!!

Wir rufen jede progressive Person auf, auf uns zu hören und sich in Solidarität mit unseren Forderungen unserem Kampf anzuschließen. Wir rufen euch auf, am 11. September 2012 an unserer Protestkundgebung und Demonstration zum Landratsamt und zum Stadtplatz teilzunehmen. Die Kundgebung beginnt um 14.00 Uhr am Hauptbahnhof in Heilbad Heiligenstadt.

Wir wollen, dass ihr alle mit uns zusammen die Missbräuche gegenüber den Flüchtlingen im Isolationslager Breitenworbis verurteilt und seine unverzügliche Schließung verlangt.
Wir sind in unserer Kampagne dazu entschlossen, jede drohende Einschüchterung gegen uns und jede unmenschliche Behandlung der Flüchtlinge durch die Behörden öffentlich zu machen – so lange es eben dauern wird, bis das Isolationslager geschlossen ist, ohne mit den Behörden irgendeinen Kompromiss einzugehen.

Solidarität ist unsere Waffe!
Flüchtlingsinitiative Breitenworbis
http://thevoiceforum.org/

Bitte kommt pünktlich zum Zug! In Solidarität mit den Flüchtlingen reisen wir am 11. September 2012 nach Heilbad Heiligenstadt.

Jena West 12:38, Weimar 12:55, Erfurt Hbf 13:11, Neudietendorf 13:21, Gotha 13:37, Bad Langensalza 13:49, Mühlhausen 14:02, Leinefelde 14:20, Heilbad Heiligenstadt 14:30

English:
Refugee Protest in Heilbad Heiligenstadt.

11th September 2012
Rally at 2pm in Train Station
Demonstration begins at 3pm

Das Isolationslager in Breitenworbis muss weg!!

We are calling on every progressive person to listen to us and to join our struggle in solidarity with our demands. We do call for your participation in our protest rally with demonstration to the Landratsamt and to the city market square on the 11th of September 2012. The rally will begin at 2pm in the main train station in Heilbad Heiligenstadt.
We want that you all join together with us to denounce the abuses against the refugees in the isolation lager Breitenworbis and to demand for its immediate closure.
We are determined in our campaign to make public every threat of intimidation against us and every inhumane treatments of the refugees by the Breitenworbis authorities as long as it takes until the isolation lager is closed down without any compromise with the authority.

Protest of refugees for the immediate closure of the isolation lager in Breitenworbis, Mühlhauser Straße 35 on the 29.08.2012: see 3sat Television:
http://www.3sat.de/mediathek/?display=1&mode=play&obj=32348

Solidarity is our weapon!
Flüchtlingsinitiative Breitenworbis
http://thevoiceforum.org/

Das IsolationsLager in Breitenworbis muss Weg!!

Gemeinsamen Kampagne für die Schließung des Lagers.
Bewohnerinnen und Bewohner des Lagers in Breitenworbis

KAMPAGNE FÜR DIE SCHLIEßUNG DES LAGERS IN BREITENWORBIS
Das praktische Wissen wurde bei zwei Besuchen des Lagers in Breitenworbis erweitert. Flüchtlinge aus dem Lager nahmen am Break Isolation Camp teil und berichteten über die Drohungen durch die Lagerverwaltung (Sozialamt, Ausländerbehörde, Hausmeister und Polizei). Daraufhin wurden spontan zwei Delegationsreisen organisiert und bei gemeinsamen Treffen im Lager selbst, die Unterdrückungselemente mit unserer physischen Präsenz konfrontiert.
Bei den Besuchen wurde klar formuliert, dass die Betreiber des Lagers ab heute unter Beobachtung und Kontrolle der Flüchtlinge und der Flüchtlingsaktivistinnen und –aktivisten stehen. Die Besuche markieren den Beginn einer gemeinsamen Kampagne für die Schließung des Lagers.
Bewohnerinnen und Bewohner des Lagers in Asylbewerberheim, Mühlhäuser Straße 35, Breitenworbis rufen zusammen mit THE VOICE Refugee Forum für den 11.September 2012 zu einer Kundgebung vor der Ausländerbehörde in Heilbad Heiligenstadt auf. >> http://thecaravan.org/node/3368

Statement of Flüchtlinsinitiative Breitenworbis:

Wir sind Flüchtlinge aus Afghanistan und leben in Breitenworbis. Wir sind hier weil das Leben in Afghanistan sehr schwer ist und wir hatten Angst um unser Leben. Wir sind hier weil Deutschland als ein Land wo die Würde und Menschenrechte annonciert wurde.

Alle Länder auch Deutschland, die über Demokratie und Menschenrechte reden, attackieren andere Länder und Nationen wegen Menschenrechte, aber das was man von den Medien mitbekommt ist nur Scheindemokratie. Es ist nicht ernst gemeint und nicht wirklich.

Im Moment sind sehr viele Menschen in Afghanistan um Demokratie und Menschenrechte voran zubringen, aber wir haben gesehen und wir sehen jeden Tag in Afghanistan werden Menschen umgebracht. BAMF sagt in Afghanistan ist Sicherheit und sicheres Land und wir sollen zurück gehen. Wir fragen uns wenn Sicherheit da ist, warum sind sie immer noch in Afghanistan. Wir sind im Gefahr unser Leib und Leben wird bedroht, deswegen sind wir hier, weil unser Leben nicht sicher ist. Tagtäglich sterben dort auf verschiedene Art und Weise Menschen und hier spricht man von Sicherheit in Afghanistan... Es gibt keine Sicherheit, wenn Frieden in Afghanistan Herrchen würde, wir würden freiwillig ausreisen, hier ist es nicht so einfach zu leben.Wir werden als Terrorist bezeichnet, weil wir aus Afghanistan kommen. Dadurch wird erkennbar das diese Ländern wegen ihrem eigen Interesse da sind.

Nun wir haben eine schlecht Situation, wir leben in Heimen, wenn du das sieht nur Stress und schreckliche. Du kannst nicht glauben das es solche Unterkünfte in Deutschland gibt. Es ist sehr schwierig dort zu leben....

Unsere Lager ist eine Einöde und weit weg in einem kleinen Dorf , rundherum von dem Lager ist nichts außer ein Schweinestall, Tag und Nacht stinkt es nach Schweinestall und in Sommer stinkt es so sehr, dass man nicht Nachts das Fenster aufmachen kann.

Die Residenzpflicht erlaubte uns nicht unser Landkreis zu verlassen, wenn wir ohne Erlaubnis unser Landkreis verlassen werden wir bestraft und das bereitet uns alle große Probleme. Um den Landkreis verlassen zu können, müssen wir von unserem Dorf 20 km fahren und Erlaubnis einholen. Das ist einfach zu weit und verursacht unnötige Kosten. Wir müssen 2 Stunden hin fahren und 2 Stunden zurück fahren, wenn sie wollten, sie könnten das ganze per Fax in 2 Minuten verschicken, aber sie machen das nicht. Wir glauben unser Lager wurde bewusst mit von anderen Heimen getrennt. Wir wollen keinen Landkreis – wir wollen uns frei bewegen, weil wir Menschen wie alle anderen Menschen hier auch Menschen sind, wir wollen Frieden haben.

Wir wollen keine Hilfe von dem Landratsamt, wir bitten die Bevölkerung um Hilfe. Wir laden, die deutsche Bevölkerung für einen Tag zu bleiben ein, wenn sie das geschafft haben hier zu leben dann werden wir 10 Jahre hier blieben. Sogar die Leute, die hier zu Arbeit geschickt werden, sie bleiben nicht einmal ein paar Stunden. Wir denken, dass es vorher eine Militärkaserne gewesen ist, nicht ein Heim zum leben. Wir dachten wenn wir hier ankommen, dass unsere Zukunft besser wird und nicht das sie uns in solche Orte zuweisen, wo keiner mitbekommt was uns passiert.

Hier leben heißt: Essen, Schlafen, auf Klo gehen und das war es. Wir haben keine Hoffnung für unsere Zukunft. Am schlechtesten sind die Leute, die hier Arbeiten, die lügen uns an. Ein Beispiel dafür: sie sagen zu uns jeder Einsatz ob Krankenwagen oder Polizeieinsatz kostet 500 Euro und sie sagen wir müssten dafür selbst die Kosten übernehmen. Die Situation ist sehr schlecht, du kannst nichts sehen du kannst nichts sagen, du darfst nicht krank werden. Es ist einfach schwer da zu bleiben. Wenn wir protestieren und sagen wir wollen so etwas nicht, wir werden mit der Abschiebung nach Afghanistan bedroht, obwohl sie nur einfach Mitarbeiter hier sind. Die Frage ist, ob die Mitarbeiter hier das Recht haben uns so zu bedrohen.

Die gesundheitliche Situation ist auch sehr schlecht keiner fühlt sich dafür verantwortlich.
Es gibt nur einen Arzt, wenn wir zu ihm gehen, er ignoriert uns und hörte nicht richtig zu, egal was wir für eine Krankheit haben und was wir für schmerzen haben.
Er gibt uns die gleichen Tabletten, zum Beispiel, eine Alt Frau, seine Mama sie ist krank und sie kann nicht laufen und kommt seit 4 Monate von ihrem Zimmer nicht raus.

Jede paar Monate kommen Leute von Behörden zur Kontrolle und schauen nach wie es bei uns aussieht. Der Heimleiter weiß beschied und ein Tag vorher machen sie das Lager sauber.

Wir wollen, dass die Menschen gemeinsam gegen dieses Unrecht vorgehen. Es gibt keine Respekt um die Menschenrechte. Wir möchten zusammen kommen und gegen diese Situation kämpfen.
Wir sind hier zu dem Camp gekommen um für Gerechtigkeit zu kämpfen und unsere Solidarität zu zeigen und wir möchten alle Menschen, die solche Probleme haben oder auch nicht, aufrufen gemeinsam gegen diese Ungerechtigkeit auf zu stehen. Wir sagen eine Hand hat keine Stimme aber mit zwei schon, also gemeinsam gegen solche Repressalien. Wir solidarisieren uns mit den Flüchtlingen aus Würzburg und rufen Alle da zu auf sich gegen das Unrecht zu kämpfen und an dem Protestmarsch am 08.09.2012, der nach Berlin geht, teilzunehmen.

Flüchtling Initiative Breitenworbis
END

Bericht über einen Besuch im Lager in Breitenworbis

„Wenn du einen Hund hier anleinst, wird er die Leine durchreißen und abhauen.“

Eine Delegation des Break Isolation Camps besuchte an zwei Tagen hintereinander das Lager und sprach mit den Flüchtlingen.
Begleitet wurden wir am ersten Tag von einem Team des ZDF 3SAT, das die Situation filmte und mit einer Gruppe von BewohnerInnen gesprochen hat.
Nach den Worten der Flüchtlinge, wurden sie wegen des Besuch des ZDFs vom Heimleiter beauftragt, vorher alles gründlich zu putzen. An den maroden Zuständen, die wir deutlich zu Gesicht bekamen, konnte dies jedoch nichts ändern..

Zwischen kilometerweiten Feldern und einem Bauernhof gelegen, befindet sich das Flüchtlingslager Breitenworbis, in dem 200 Menschen leben. Die nächsten Häuser in der Nähe sind nicht etwa Häuser, in denen Menschen wohnen die Kontakt suchen, sondern ein Hof mit Kühen und Schweinen, deren Güllegeruch oft die ganze Atmosphäre prägt.
Viele Flüchtlinge erzählen immer wieder von diesem Geruch und den Schweinen und machen uns deutlich, dass es nicht nur um das geht, was wir sichtbar an Missständen und äußeren Umständen zu Augen bekommen, sondern auch darum ,was damit transportiert wird. Wut macht die Missachtung und Ausgrenzung, die in dieser offensichtlichen Ungleichbehandlung, dem staatlichen Rassismus, liegt.

Die Menschen sind in 3 Etagen untergebracht, in denen jeweils 8 Toiletten sind, alles in katastrophalem veralteten Zustand sind. In einem Stockwerk funktioniert beispielsweise nur eine von vier Toiletten, außerdem gibt es keine getrennten Toilettenräume, da die einzelnen Kabinen nach Familien aufgeteilt sind.

Die Duschen liegen im Keller, von 8 Duschen bei den Frauen haben bei unserem Besuch nur drei überhaupt Duschschläuche. Die Frauen berichten:

„Fürs Duschen müssen wir oft anstehen, da nur 2 Duschen von den 8 im Haus funktionieren. Außerdem sind die Duschen unten im Keller , wo gerade die, die krank sind, schlecht hinkommen......Manchmal gibt es nur zu bestimmten regulierten Zeiten warmes Wasser, das bedeutet, dass wir fürs Duschen noch länger anstehen müssen. “

Bei den Männern funktionieren zum Zeitpunkt unseres Besuches mehr Duschen, allerdings sind diese in einem Zustand den jeder von uns eher als völlig veraltet bezeichnen würde. Das Wasser kommt bei den meisten Duschen direkt aus einem Metallrohr als Strahl heraus, wie bei einem Gartenschlauch ohne Brausenkopf, alles ist verrostet, unbeschreiblich....

Im Keller ist eine große Küche, oben im 4. Stock eine weitere. In der Küche funktionieren nur wenige der völlig veralteten Geräte. Dass solche Geräte natürlich enorm viel Strom verbrauchen wird letztendlich den Flüchtlingen wieder vom Regelsatz abgezogen. 31 € für Strom pro alleinstehende Person, bei einem Leben, das sie sich mit mehreren Personen in einem Raum teilen müssen und wohl wesentlich weniger Elektrogeräte haben, als die meisten Deutschen, erscheint enorm hoch. Die Flüchtlinge müssen dafür zahlen, dass ihnen völlig alte stromfressende Geräte zur Verfügung gestellt werden und sie nicht selbst über die Anschaffung von Geräten bestimmen können. Ansonsten sind die Küchen völlig kahl, keine Räume in denen sich Menschen wirklich aufhalten möchten sondern eher alte verkommene Hallen.Mehrere Flüchtlinge berichten davon, dass in der Küche Mäuse rumlaufen, andere erzählen, dass die Mäuse auch in die Schlafräume kommen. Desweiteren gibt es Insektennester im Haus. Die Insekten sind an den Wänden, den Decken und am Boden. Viele der Flüchtlinge haben Narben von den Bissen.

In Sorge um ihre Gesundheit haben einmal einige Flüchtlinge die Behördenmitarbeiter gefragt, warum das Wasser, das aus den Duschen kommt, so dreckig ist und dass dies kontrolliert werden muss. Daraufhin erhielten sie nur die Antwort, dass sie in Afghanistan doch kaum Wasser gehabt haben und warum sie sich beschweren würden. Als wir vor dem Heim standen fand sehr demonstrativ eine Wasserentnahme statt. Was dies bedeutet , wird den Flüchtlingen nicht mitgeteilt. Als Antwort erhielten sie auf ihre Nachfragen und Proteste nur die Standardantwort: „Ihr müsst zufrieden sein, ihr habt doch ein Dach über dem Kopf.“

Einige Flüchtlinge berichten, dass vor ca. 3 Monaten schon mal Proteste stattfanden. Daraufhin wurde ihnen versprochen, dass im Heim Dinge renoviert und geändert werden. Im Anschluss daran wurden mehrere Leute in andere weit entfernte Heime verlegt. Renovierungen sind nicht in irgendwie entscheidendem Maße umgesetzt worden.

Am schlimmsten von alle jedoch wird von allen die Isolation empfunden.
Aus dem nahe gelegenen Ort kommt keiner zu Ihnen, die Wege in den Ort zum Einkaufen, zur Schule etc. sind v.a. für die alleinerziehenden Mütter mit kleinen Kindern ein großes Problem.
Wer aber regelmäßig anwesend ist, auch während unseres Besuches und der Geldausgabe, ist ein Polizeibeamter. Warum er da ist, sagt er nicht.
Während der Geldausgabe kommt eine ganze Versammlung von offiziellen Vertretern,( Sozialamt, Ausländerbeauftragte, Heimleiter, Polizei....), die sich zum Gespräch ins Büro des Heimleiters zurückziehen. Kontrolle ist eben wichtiger als Kontakt. ….

Ein Flüchtling fasst die Situation mit folgenden Worten zusammen: „Wenn das Haus aus Gold wäre, ist es trotzdem ein Gefängnis. Wir fühlen uns hier wie Tiere, die hier eingesperrt sind, aber wir sind Menschen“ Bei der Geldausgabe werden Gutscheine und als Bargeld das Taschengeld ausgeteilt. Viele Flüchtlinge machen uns gegenüber sehr deutlich ihren Unmut und ihre Wut gegenüber der Ausgabe von Gutscheinen deutlich. Das Bundesverfassungsgerichtsurteil hat hier zwar die Höhe der Leistungen geändert, aber der staatliche Rassismus der in der Vergabe von Gutscheinen
statt Geld liegt ist immer noch da. Wut ist auch darüber da, dass sie mit den Gutscheinpraxis so nur in einem Geschäft in der Nähe einkaufen können
und so wieder kontrolliert werden und z.B. keine freie Wahl haben, wenn sie dort schlecht behandelt werden.
Bei der Ausgabe der erhöhten Geldbeiträge wird den Flüchtlingen gleich mitgeteilt, dass sie ja jetzt mer Geld kriegen und hiervon jetzt auch die Rezeptgebühr, Praxisgebühr und die Wege zum Arzt selbst bezahlen müssten.
Gerade für chronisch Kranke stellt dies eine enorme Belastung dar, bei der den Flüchtlingen auch erklärt werden müsste, dass dies rechtlich in ihrer Situation natürlich analog SGB II anders ist. Die Sprüche kommen uns aber eher wie eine Unmutsäußerung von Mitarbeitern vor, die jahrelang die geringen Zahlungen gerechtfertigt haben und weitere Kontrollmethoden brauchen.

Kinderbetreuung:

Die Schulkinder gehen in Breitenworbis, 20 Minuten Fußweg über die Felder zur Schule. Die Kindergartenkinder hatten früher die Möglichkeit jeden Tag 2 Stunden in einem Kinderraum zu spielen. Inzwischen ist dies aber reduziert worden. Eigentlich wünschen sich die Mütter aber , dass die Kinder in den öffentlichen Kindergarten gehen, auch mit anderen Kindern spielen und deutsch lernen können und nicht im Heim isoliert sind.

Medizinische Versorgung:

Wenn jemand krank ist, gibt es in dem 20 Minuten Fußweg entfernten Breitenworbis eine Hausärztin. Aus den Berichten wird deutlich, dass hier zunächst oft Verständigungsprobleme bestehen und dass auch deshalb oft nicht die notwendige Überweisung zum Facharzt erfolgt. Insgesamt wundern wir uns aber schon, dass bei so unterschiedlichen Beschwerdebeschreibungen wie wir sie gehört haben, immer wieder nur Schmerzmittel oder Beruhigungsmittel verordnet werden. An vielen Stellen werden sie aber auch nicht über ihre Rechte, z.B. an dieser Stelle, das Recht auf freie Arztwahl und Weitervermittlung an Fachärzte, informiert.

Recht auf freie Wohnortwahl:

Die Situation macht deutlich welche weitreichenden Auswirkungen die isolierte Unterbringung und die fehlende Bewegungsfreiheit und fehlende freie Wohnortwahl hat. Flüchtlinge, die Freunde und Freundinnen oder Verwandte in anderen Städten haben, die ihnen v.a. bei gesundheitlichen Problemen bei den Arztbesuchen helfen könnten, können diese Unterstützung nicht in Anspruch nehmen, weil sie isoliert in einem Ort leben müssen in dem niemand aus ihrem Sprachbereich übersetzen kann und ihnen über die Isolation hinweghilft. Medizinische Fehlbehandlungen sind vorprogrammiert.

Viele Flüchtlinge in Breitenworbis berichten uns dass sie Umverteilungsanträge gestellt haben oder dies tun wollen, um an Orten zu leben, wo sie weniger isoliert sind, wo sie am Leben teilhaben können und Freunde leben, die sie unterstützen können. Diese werden jedoch in der Regel alle abgelehnt.

Sichtbar wird die Verzweiflung und Wut über die Situation v.a. an Kommentaren, die deutlich machen, dass sie sich fragen, ob sie nicht besser wieder die Verfolgung und das Verstecktleben in der Heimat wählen würden, als hier weiter zu leben. Andere sagen, dass sie es nur wegen der Hoffnung auf ein besseres Leben für die Kinder tun, die Hoffnung auf eine Veränderung also noch nicht aufgegeben haben, selbst aber oft Selbstmordgedanken sind. Viele medizinischen Probleme , die erst in der Zeit des Heimes entstanden sind, oder mit denen sie hierherkamen und alleine gelassen wurden machen deutlich, wie stark sie physisch und psychisch kaputt gemacht werden durch die entwürdigenden Lebensbedingungen und die Isolation.

Wichtig an unserem Besuch ist aber genauso, wie viel Kraft das Brechen der Isolation gibt, wie ermutigend ein Besuch anderer Flüchtlinge und AktivistInnen sein kann, die ihre Solidarität deutlich machen und berichten was mit Protesten erreicht werden kann und wie ermutigend der Protest der Flüchtlinge dort ist.
Es gibt keine Alternative: „DAS LAGER MUSS WEG „ Und so verabschieden wir uns mit lauten Protestrufen ( „das Lager muss weg“ ) voneinander und sind begeistert von dem was hier entstanden ist.

Erklärung der vier protestierenden afghanischen Flüchtlinge in Eisenberg
http://thevoiceforum.org/node/2495

Erfolgreicher Protest: Afghanische Flüchtlinge verweigern Einzug in
Sammellager in Thüringen
http://thevoiceforum.org/node/2502

Pressemitteilung: Kundgebung und Demonstration von The VOICE Refugee Forum
in Heiligenstadt
http://thevoiceforum.org/node/2248 http://vimeo.com/41087890

Eine Delegation von »The voice« und der »Karawane« das Flüchtlingsheim im
thüringischen Breitenworbis
http://www.thevoiceforum.org/node/2255

DAS ZIEL - FLÜCHTLINGSLAGER BREITENWORBIS: Eine Delegation von The VOICE
AktivistInnen besuchte das Isolationslager am 04.06.11
http://thevoiceforum.org/node/2155

Videos: IsolationsLager Breitenworbis außen & innen

VIDEO I Asylbewerberheim Breitenworbis
vimeo.com/41106208
Info and Reports:
http://thevoiceforum.org/search/node/Breitenworbis

VIDEO II. IsolationsLager Breitenworbis
vimeo.com/41087890
Info and Reports:
http://thevoiceforum.org/search/node/Breitenworbis
Bericht über einen Besuch im Lager in Breitenworbis