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Karawane - Seminar vom 14. - 18. Dezember 2005 in Wuppertal (Dt.,Eng.,French)

(de.,eng.) Einladung zur Karawane Pressekonferenz am Freitag, den 16.Dezember 2005
http://thevoiceforum.org/node/336

--> english invitation: http://thecaravan.org//node/424,
... invitation francaise: http://thecaravan.org/node/433

Liebe Freundinnen und Freunde,

liebe Aktivistinnen und Aktivisten des Karawanenetzwerkes und politisch befreundeter Gruppen, Vereine und Organisationen, mit diesem Schreiben möcten wir Euch herzlich zur Teilnahme an dem Seminar vom 14. - 18. Dezember 2005 in Wuppertal einladen. Als Ergebnis der bundesweiten Karawanetreffen Anfang 2005 wurde beschlossen eine mehrtätige Versammlung mit allen Karawanegruppen sowie assozierten und auch politisch eng verbundenen Kreisen, die die Prinzipien und die politische Ausrichtung der Karawane (francais, english, deutsch) teilen, zu organisieren. Damit hoffen wir, die Koordination unserer Arbeit auf bundesweiter Ebene fortzusetzen und zu verbessern. Mittlerweile wurde auf mehreren Koordinierungstreffen die Planung vorangetrieben. Ein letztes Vorbereitungstreffen findet am ersten Dezemberwochenende in Wuppertal statt.

Ziele des Seminars sind:

– das Netzwerk zu stärken (inhaltlich und praktisch) und Selbstorganisierung zu fördern
– unsere Struktur und den Grad unserer Organisierung zu verbessern
– das politische Verständnis gemeinsam vertiefen
– unsere Kämpfe hier stärker mit den Kämpfen in den Herkunftsländern und mit
Exilorganisationen/strukturen zu verbinden
Voraussetzungen, die vor und während des Seminars erarbeitet werden sollen, sind:
– eine Analyse der politischen Verhältnisse (international/national)
– eine Auswertung und Reflexion der bisherigen Arbeit und Erfahrungen
– Überprüfung und gegebenfalls Ergänzung der politischen Plattform der Karawane (Positionspapier)
– möglicher gemeinsamer Arbeits- und Aktionsplan 2006
Die drei ersten Tag sind thematisch aufgeteilt.

1. Tag: Analyse der deutschen Innen- und Außenpolitik (Ökonomische u. Soziale Situation, staatlich organisierter Rassismus, Agieren als imperialistische Großmacht und EU-Zentralmacht)

2. Tag: Erfahrungsaustausch und Auswertung des Widerstands (a. Gegen die erzwungenen Lebensbedingungen b. Gegen Abschiebung c. Formen und Methoden des Widerstands)

3. Tag: Internationalismus und das Verständnis und die Bedeutung Internationaler Solidarität
Die ersten drei Tage werden mit kurzen Einführungsreferaten beginnen, danach wird die Diskussion in Arbeitsgruppen weiter geführt und anschließend die Ergebnisse im Gesamtplenum vorgestellt und zusammengetragen.

Der 4. Tag dient der Zusammenfassung der Ergebnisse, der Überprüfung der politischen Plattform und der Entscheidung über einen möglichen gemeinsamen Arbeits- und Aktionsplan 2006.

Zusätzlich gibt es zu einigen Themenbereichen kurze Diskussionspapiere, die zur Zeit noch in verschiedenen Sprachen übersetzt werden. Die bereits erstellten Papiere können am Ende dieser Seite runtergeladen werden.

Die immer stärkeren und umfassenderen Angriffe auf Flüchtlinge und MigrantInnen auf allen staatlichen und gesellschaftlichen Ebenen erfordern von uns allen mehr Anstrengungen, bessere Koordinierung, größere Mobilisierungen und klarere Zielvorstellungen. Dem Punkt Auswertung der bisherigen Praxis und Widerstandserfahrungen messen wir große Bedeutung zu.

Wir wollen einen umfassenden Austausch der Erfahrungen und eine intensive Diskussion über Widerstandsmethoden angesichts der verschärften Bedingungen unter den neuen Gesetzen und der aktuellen politisch-ökonomischen Situation. Wir bitten daher alle teilnehmenden Gruppen und Personen sich besonders ausführlich auf diesen Punkt vorzubereiten und bereits vor dem Seminar festzuhalten. Unter folgenden Fragestellungen

könnte die Auswertung der eigenen Praxis erfolgen:

1. Wogegen/wofür wurde konkret Widerstand geleistet?
2. Welche Forderungen wurden gestellt?
3. Wie war die Beteiligung?
4. Welche Methoden wurden benutzt?
5. Wie lange hat der Kampf gedauert?
6. Welche Probleme traten auf?
7. Wie war die Reaktion anderer Gruppen( Karawanegruppen / andere Gruppen /Organisationen), welche Unterstützung gab es?
8. Welche Ergebnisse wurden erzielt?
9. Welchen Anteil hat die politische Ebene, welchen Anteil die juristische Ebene ausgemacht?
10. Welche Schlüsse und welche Perspektiven leitet sich aus den Erfahrungen ab bezüglich der zukünftigen Praxis/Widerstandsformen und bezüglich einer bundesweiten

Koordinierung/Vernetzung?
Um eine möglichst umfassende Analyse und Auswertung der Praxis/Widerstandserfahrungen sowie klare Vorstellungen über Zusammenarbeit und Solidarität zu erreichen und daraus einen gemeinsamen Arbeits/Aktionsplan 2006 zu bestimmen, ist eine Teilnahme über die gesamten 4 Seminartage sehr wichtig.

Ort: AZ Wuppertal; Markomannenstr. 3, 42105 Wuppertal
Anreise: Mittwoch, 14. Dezember zwischen 18°° und 20°° Uhr (gemeinsames Abendessen, Vorstellung des Seminarablaufs und Organisatorisches/Aufgabenverteilung)
Abreise: Sonntag, 18. Dezember ab 14°° Uhr

Bitte meldet Euch / Eure Gruppe (Anzahl der Personen) für die Seminarteilnahme bis spätestens zum 2.Dezember an. (Schlafsäcke und Isomatten / Decken zum Seminar mitbringen).
Weitere Teilnahme an der Vorbereitung des Seminars ist erwünscht.
Während des Seminars wird Unterstützung gebraucht für: Übersetzungen, Moderation, Küchenarbeit und Nachtwache.
Für weitere Informationen und Anmeldung meldet Euch bitte unter einer der folgenden

Telefonnummern:
Wuppertal: Büro 0202-49 60 96 97 mobil 0175-74 11 895 Büro
Hamburg: Büro 040-43 18 90 37 mobil 0174-15 08 457

Bremen: Büro 0421-79 01 309
oder per Fax: 040- 43 18 90 38 (Hamburg) , 0891 48 82 96 058 (Wuppertal)
oder per mail: wuppkarawane(ät)yahoo.de oder free2move(ät)nadir.org

beste Grüße

Koordinierungskomitee des Karawane-Netzwerkes

Diskussionspapiere
1) EU-Sammelabschiebungen deutsch, english, francais, türkce
2) Zuwanderungsgesetz deutsch, english
3) Exilpolitische Betätigung deutsch, english
4) Kettenduldungen deutsch, english
5) HARTZ IV deutsch, english
6) Residenzpflicht - Erfahrungen & Perspektive deutsch, english
7) Staatliche Repression von AktivistInnen deutsch
8) Illigitimate Legality english

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KARAWANE for the rights of refugees and migrants in Germany
http://www.thecaravan.org

Deutsch: KARAWANE Pressekonferenz am Freitag, den 16.Dezember 2005.
http://thevoiceforum.org/node/336

Wuppertal, 13.12.2005

Invitation to the Caravan Press Conference on Friday, 16th December 2005, 1.00 pm in Wuppertal
Place: AZ Wuppertal, Markomannenstr. 3, 42105 Wuppertal

Topics:, local and nationwide activities of the Caravan for the Rights of Refugees and Migrants

1) Discussions on Residenzpflicht-abolition
2) Experiences of the NRW Caravan-Tour before the German election 2005
3) Fight against Deportations

We invite you to the press conference of the Caravan-Seminar from 14th to 18th December in Wuppertal
"Experience & Future – Struggle & Solidarity for Refugees in Germany”

With activists from the Caravan for the Rights of Refugees and Migrants:

- Sunny Omwenyeke, The VOICE Refugee Forum (Bremen)
- Delal Günaydin, AGIF – Föderation der Arbeitsimmigranten aus der Türkei Wuppertal)
- Akubuo Chukwudi, The VOICE Refugee Forum (Mecklenburg/Vorpommern)

In the summers of 1998 and 2002 the Caravan for the Rights of Refugees and Migrants travelled through forty German cities with the slogans: “We have no vote but a voice”, “Asylum is a human right and not a privilege” and: “We are here because you destroy our countries” to encounter the racist German election campaign. Since, this network of refugee and migrant organisation has been fighting continuously against the German system of exclusion, isolation and deportation of refugees and migrant.

The experiences of the caravan in this longterm fight shall be evaluated in a four day seminar in Wuppertal and perspectives will be developped for the future – a future under the auspices of harder political conditions in times of war against terror and immigration.
Germans leading role in the fight against refugees in a European context is shown by Otto Schilys projects of camps in the north african desert to keep out immigrants and by the German deportation politics. For refugees this system of deportation, exclusion and isolation means : psychological torture and destruction.

A very special form of exclusion is the so-called "Residenzpflicht" for asylum seekers that exists since 1982 in Germany as the only European country. That law restricts the movement of asylum seekers to one single district.

The Caravan for the Rights of Refugees and Migrants and allied groups like The VOICE Refugee Forum have demanded human rights for refugees for many years. Since the International Caravan Congress in Jena not only demonstrations and public programs have been organised against the Residenzpflicht but refugees themselves are exercicing civil disobedience against this law that violates their natural right for free movement. Free movement is a human right but the German law makes refugees to criminals if they move really freely.

This is why human rights activists like Akubuo Chukwudi, Sunny Omwenyeke and Cornelius Yufanyi refuse to pay a fine for exercicing their right of free movement - even if this refusal may lead to prison. One year ago, in december 2005, Sunny Omwenyeke had to go to jail, now Cornelius Yufanyi is threatened by two weaks of imprisonment. But their struggle continues, both have together with their lawyers already taken their plight against the “Residenzpflicht” to the European Court for Human Rights.

In the press conference Sunny Omwenyeke will give a report on their legal and political struggle for the abolition of this racist segregatory law. He and Akubuo Chukwudi will also inform about legal cases on Residenzpflicht against refugees and asylum seekers that were dropped due to the campaigns and the protests.

There will also be contributions as a basis for discussion on the following topics:

Delal Günaydin will report on local successful actions of the Caravan for the Rights of refugees and migrants, as for example during the Caravan-Tour in NRW of July and August 2005.

Akubuo Chukwudi will present new nationwide network information and actions against deportation and criminalisation of refugees. He will specify on the example of the Togolese people from Mecklenburg-Vorpommern who are threatened by deportation on 20th December 2005 by the state authority for asylum and refugee issues in Mecklenburg-Vorpommern.

Yours Sincerely,

Karawane – seminar co-ordination in Wuppertal
Press Kontakt: Araz Ardehali Barani 0175 7411895

Signed Osaren Igbinoba und Araz Ardehali Barani

Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen
und The VOICE Refugee Forum

Signed Osaren Igbinoba und Araz Ardehali Barani
for The Caravan for the Rights of Refugees and Migrants and The VOICE Refugee Forum

Mehr info:
http://www.thecaravan.org
und
http://www.thevoiceforum.org

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KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge & MigrantInnen in Deutschland.
http://www.thecaravan.org

13.12.2005 in Wuppertal

Einladung zur Pressekonferenz am Freitag, den 16.Dezember 2005, 13:00Uhr

Ort: AZ Wuppertal, Markomannenstr. 3, 42105 Wuppertal

Thema:
1) Diskussion über die Abschaffung der Residenzpflicht
2) Erfahrungen der NRW-Karawanetour vor der Bundestagswahlen 2005
3) Kampf gegen Abschiebungen

Anlässlich des Karavane - Seminars vom 14. bis 18. Dezember 2005 in Wuppertal "Erfahrung & Zukunft – Einsatz & Solidarität für Flüchtlinge in Deutschland" laden wir Sie zu unsere Pressekonferenz ein.

Mit Aktivistlnnen von der Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen:

- Sunny Omwenyeke, The VOICE Refugee Forum (Bremen)
- Delal Günaydin, AGIF – Föderation der Arbeitsimmigranten aus der Türkei Wuppertal)
- Akubuo Chukwudi; The VOICE Refugee Forum (Mecklenburg/Vorpommern)

Im Sommern 1998 und 2002 zog die Karawane anlässlich der populistischen Bundestagswahl-kämpfe - welche immer auch auf den Rücken von Flüchtlingen und MigranntInnen geführt wurden - mit den Slogans „Wir haben keine Wahl, aber eine Stimme!", "Asylrecht ist ein Menschenrecht und kein Privileg" und "Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört!“ durch 40 deutsche Städte. Seit dem kämpft dieses Netzwerk von Flüchtlings- und MigrantInnenorganisationen unentwegt gegen das deutsche System von Ausgrenzung, Isolation und Abschiebung von MigrantInnen und Flüchtlingen.

Die Erfahrungen der Karawane in diesem langjährigen Kampf von Flüchtlingen und MigrantInnen in Deutschland sollen diese Woche auf einem mehrtägigen Seminar in Wuppertal ausgewertet und Perspektiven für die Zukunft entworfen werden. In einer Zeit, die von "Terrorismusbekämpfung" und "Zuwanderungsabwehr" geprägt ist, findet unser Arbeit unter verschärften politischen Bedingungen statt.
Deutschlands „Vorreiter“-Rolle im Kampf gegen Flüchtlinge zeigt sich im europäischen Kontext z.B. an Otto Schilys Lagerprojekten in der nordafrikanischen Wüste zur Abwehr von Einwanderern sowie anhand der deutschen Abschiebepolitik. Für Flüchtlinge bedeutet dieses System von „Asylprävention“ und Abschiebung: Ausgrenzung und Isolation, psychische Folter und Zerstörung.

Eine ganz besondere Form der Ausgrenzung ist die „Residenzpflicht“ für Asylbewerber, die seit 1982 nur in Deutschland - als einzigem europäischen Land! - existiert. Dieses Gesetz beschränkt den Aufenthalt der AsylbewerberInnen auf einen einzigen, ihr/ihm zugewiesenen Landkreis.

Die Karawane für die Rechte von Flüchtlingen und MigrantInnen und ihr angeschlossene Gruppen wie The VOICE Refugee Forum fordern seit Jahren die Menschenrechte von Flüchtlingen in Deutschland ein. Gegen die „Residenzpflicht“ werden seit dem internationalen Karawanekongress 2000 in Jena nicht nur Demonstrationen und Veranstaltungen durchgeführt, sondern Flüchtlinge leisten gegen dieses Gesetz (das ihr natürliches Recht auf Bewegungsfreiheit verletzt!) zivilen Ungehorsam.
Bewegungsfreiheit ist ein Menschenrecht - aber das deutsche Gesetz kriminalisiert Flüchtlinge und macht sie zu Straftätern….. wenn sie sich wiklich frei bewegen.

Aus diesem Grund weigern sich Menschenrechtsaktivisten wie Akubuo Chukwudi und Sunny Omwenyeke aus Nigeria, Ahmed Sameer aus Palästina und Cornelius Yufanyi aus Kamerun für die Wahrnehmung ihres Rechtes auf Bewegungsfreiheit eine Strafe zu bezahlen – selbst, wenn diese Weigerung Gefängnis bedeutet. Vor einem Jahr, im Dezember 2004, musste Sunny Omwenyeke eine Haftstrafe antreten, jetzt drohen Cornelius Yufanyi zwei Wochen Gefängnis. Doch ihr Kampf geht weiter - beide haben ihren Appell gegen das deutsche „Residenzpflicht“-Gesetz gemeinsam mit ihren AnwältInnen vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gebracht.

Über den juristischen und politischen Kampf für die Abschaffung des rassistischen Sondergesetzes der Residenzpflicht wird Sunny Omwenyeke Bremen) auf der Pressekonferenz berichten. Er und Akubuo Chukwudi werden dabei auch über (Präzedenz-)Fälle in Residenzpflicht-Verfahren gegen Flüchtlinge/AsylbewerberInnen informieren, welche aufgrund politischen Widerstandes vor Ort bereits eingestellt wurden.

Weiterhin werden zu folgenden Themen Beiträge als Diskussionsgrundlage eingebracht werden:
Delal Günaydin wird über lokal erfolgreiche Aktionen der Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen, wie z.B. im Rahmen der Karawane-Tour im Juli und August 2005 berichten.

Am aktuellen Beispiel der vom Landesamt für Asyl- und Flüchtlingsangelegenheiten Mecklenburg-Vorpommern mit Abschiebung per 20.12.2005 bedrohten Togolesen aus Mecklenburg/Vorpommern wird Akubuo Chukwudi aktuelle bundesweite Netzwerkinformationen und Aktionen gegen Abschiebungen und Kriminalisierung von Flüchtlingen präsentieren.

Mit freundlichen Grüßen

Karawane – seminar co-ordination in Wuppertal
Press Kontakt: Araz Ardehali Barani 0175 7411895

Signed Osaren Igbinoba und Araz Ardehali Barani

Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen
und The VOICE Refugee Forum

Mehr info:
http://www.thecaravan.org
und
http://www.thevoiceforum.org

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KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge & MigrantInnen in Deutschland.
http://www.thecaravan.org

13.12.2005 in Wuppertal
Einladung zur Pressekonferenz am Freitag, den 16.Dezember 2005, 13:00Uhr
Ort: AZ Wuppertal, Markomannenstr. 3, 42105 Wuppertal
Thema:
1) Diskussion über die Abschaffung der Residenzpflicht
2) Erfahrungen der NRW-Karawanetour vor der Bundestagswahlen 2005
3) Kampf gegen Abschiebungen

Anlässlich des Karavane - Seminars vom 14. bis 18. Dezember 2005 in Wuppertal "Erfahrung & Zukunft – Einsatz & Solidarität für Flüchtlinge in Deutschland" laden wir Sie zu unsere Pressekonferenz ein.

Mit Aktivistlnnen von der Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen:

- Sunny Omwenyeke, The VOICE Refugee Forum (Bremen)
- Delal Günaydin, AGIF – Föderation der Arbeitsimmigranten aus der Türkei Wuppertal)
- Akubuo Chukwudi; The VOICE Refugee Forum (Mecklenburg/Vorpommern)

Im Sommern 1998 und 2002 zog die Karawane anlässlich der populistischen Bundestagswahl-kämpfe - welche immer auch auf den Rücken von Flüchtlingen und MigranntInnen geführt wurden - mit den Slogans „Wir haben keine Wahl, aber eine Stimme!", "Asylrecht ist ein Menschenrecht und kein Privileg" und "Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört!“ durch 40 deutsche Städte. Seit dem kämpft dieses Netzwerk von Flüchtlings- und MigrantInnenorganisationen unentwegt gegen das deutsche System von Ausgrenzung, Isolation und Abschiebung von MigrantInnen und Flüchtlingen.
Die Erfahrungen der Karawane in diesem langjährigen Kampf von Flüchtlingen und MigrantInnen in Deutschland sollen diese Woche auf einem mehrtägigen Seminar in Wuppertal ausgewertet und Perspektiven für die Zukunft entworfen werden. In einer Zeit, die von "Terrorismusbekämpfung" und "Zuwanderungsabwehr" geprägt ist, findet unser Arbeit unter verschärften politischen Bedingungen statt.
Deutschlands „Vorreiter“-Rolle im Kampf gegen Flüchtlinge zeigt sich im europäischen Kontext z.B. an Otto Schilys Lagerprojekten in der nordafrikanischen Wüste zur Abwehr von Einwanderern sowie anhand der deutschen Abschiebepolitik. Für Flüchtlinge bedeutet dieses System von „Asylprävention“ und Abschiebung: Ausgrenzung und Isolation, psychische Folter und Zerstörung.
Eine ganz besondere Form der Ausgrenzung ist die „Residenzpflicht“ für Asylbewerber, die seit 1982 nur in Deutschland - als einzigem europäischen Land! - existiert. Dieses Gesetz beschränkt den Aufenthalt der AsylbewerberInnen auf einen einzigen, ihr/ihm zugewiesenen Landkreis.

Die Karawane für die Rechte von Flüchtlingen und MigrantInnen und ihr angeschlossene Gruppen wie The VOICE Refugee Forum fordern seit Jahren die Menschenrechte von Flüchtlingen in Deutschland ein. Gegen die „Residenzpflicht“ werden seit dem internationalen Karawanekongress 2000 in Jena nicht nur Demonstrationen und Veranstaltungen durchgeführt, sondern Flüchtlinge leisten gegen dieses Gesetz (das ihr natürliches Recht auf Bewegungsfreiheit verletzt!) zivilen Ungehorsam.
Bewegungsfreiheit ist ein Menschenrecht - aber das deutsche Gesetz kriminalisiert Flüchtlinge und macht sie zu Straftätern….. wenn sie sich wiklich frei bewegen.

Aus diesem Grund weigern sich Menschenrechtsaktivisten wie Akubuo Chukwudi und Sunny Omwenyeke aus Nigeria, Ahmed Sameer aus Palästina und Cornelius Yufanyi aus Kamerun für die Wahrnehmung ihres Rechtes auf Bewegungsfreiheit eine Strafe zu bezahlen – selbst, wenn diese Weigerung Gefängnis bedeutet. Vor einem Jahr, im Dezember 2004, musste Sunny Omwenyeke eine Haftstrafe antreten, jetzt drohen Cornelius Yufanyi zwei Wochen Gefängnis. Doch ihr Kampf geht weiter - beide haben ihren Appell gegen das deutsche „Residenzpflicht“-Gesetz gemeinsam mit ihren AnwältInnen vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gebracht.

Über den juristischen und politischen Kampf für die Abschaffung des rassistischen Sondergesetzes der Residenzpflicht wird Sunny Omwenyeke Bremen) auf der Pressekonferenz berichten. Er und Akubuo Chukwudi werden dabei auch über (Präzedenz-)Fälle in Residenzpflicht-Verfahren gegen Flüchtlinge/AsylbewerberInnen informieren, welche aufgrund politischen Widerstandes vor Ort bereits eingestellt wurden.

Weiterhin werden zu folgenden Themen Beiträge als Diskussionsgrundlage eingebracht werden:
Delal Günaydin wird über lokal erfolgreiche Aktionen der Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen, wie z.B. im Rahmen der Karawane-Tour im Juli und August 2005 berichten.

Am aktuellen Beispiel der vom Landesamt für Asyl- und Flüchtlingsangelegenheiten Mecklenburg-Vorpommern mit Abschiebung per 20.12.2005 bedrohten Togolesen aus Mecklenburg/Vorpommern wird Akubuo Chukwudi aktuelle bundesweite Netzwerkinformationen und Aktionen gegen Abschiebungen und Kriminalisierung von Flüchtlingen präsentieren.
Mit freundlichen Grüßen

Karawane – seminar co-ordination in Wuppertal
Press Kontakt: Araz Ardehali Barani 0175 7411895

Signed Osaren Igbinoba und Araz Ardehali Barani

Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen
und The VOICE Refugee Forum

Mehr info:
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http://www.thevoiceforum.org

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Fragen für das Seminar programm

1. Tag, Analyse, 15.12.2005

1. Welche politische Entwicklungen sehen wir (auch für die Zukunft)?
2. Welche Rolle wird Flüchtlingen und MigrantInnen vom Staate aus zugeteilt?
3. Was bedeutet das für uns, was sind die (neuen) Anforderungen an uns?
4. Wie wird Widerstand gesehen und wie ihm begegnet?
5. Was haben die Kriege z. B. in Afghanistan und im Irak mit uns in Deutschland zu tun?
6. Die Arbeitsmigration ist für die Wirtschaft praktisch nicht mehr notwendig, welche Konsequenzen ergeben sich daraus für uns?
7. Die EU ist sich in dem Punkt Abschiebungen einig,wie ist die azugehörige Praxis?
8. Terrorisierung (ausgehend vom Staat) gibt es in welcher Form?
9. Wie ist die Legitimation des Staates für seine Politik und wie kann sie demaskiert werden?

Die folgenden Punkte sollen nicht in die Arbeitsgruppen gegeben werden, sondern am Mittwochabend noch einmal hervorgehoben werden:
- Bei den gesamten Punkten soll ein starker Fokus liegen auf der Rolle der Abschiebungen, ihrer Brutalität und dem Terror & der Angst, die dadurch geschaffen werden.
- Ein Ziel könnte sein, ein Manifest gegen Abschiebungen am Ende des Seminars zu erarbeiten.

2. Tag, Erfahrungen, 16.12.2005

1. Wogegen/wofür wurde konkret Widerstand geleistet?
2. Welche Forderungen wurden gestellt?
3. Wie war die Beteiligung?
4. Welche Methoden wurden benutzt?
5. Wie lange hat der Kampf gedauert?
6. Welche Probleme traten auf?
7. Wie war die Reaktion anderer Gruppen(
Karawanegruppen / andere Gruppen/Organisationen), welche Unterstützung gab es?
8. Welche Ergebnisse wurden erzielt?
9. Welchen Anteil hat die politische Ebene, welchen Anteil die juristische Ebene ausgemacht?
10. Welche Schlüsse und welche Perspektiven leitet sich aus den Erfahrungen ab bezüglich der zukünftigen Praxis/Widerstandsformen und bezüglich einer bundesweiten Koordinierung/Vernetzung?

Wichtigste Ergebnis der Diskussion des 2. Tages sollte für uns sein, aus der Diskussion die Konsequenzen und Perspektiven für 2006 abzuleiten.

3. Tag, Solidarität, 17.12.2005

1. Wie wird Solidarität praktisch ausgeübt?
2. Mit welchen Gruppen wurde gearbeitet und wie? Wie war die Zusammenarbeit?
3. Welche Hindernisse waren da?
4. Wie ist die Solidarität mit den Gruppen aus dem Ausland?
5. Wie ist die Solidarität innerhalb der Karawane?

- Es sollte in naher Zukunft auch mal ein Treffen mit den Gruppen Algerian MIB Mouvement Immigration de Banlieu aus France und/oder Philipine Migrant -Europe aus Holland stattfinden, die eventuell zwar auch zum Seminar kommen.

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Im Anschluß die Wegbeschreibung für alle, die den Weg zum AZ Wuppertal nicht kennen und nächste Woche zum Seminar kommen. Zusätzlich die Fragen, die für die Diskussionen in den Arbeitsgruppen von Bedeutung sind.

eure Karawanegruppe Wuppertal
AZ Wuppertal, Markomannenstr. 3
Tel. 0202-49609697 (zu erreichen Montags ab 20:00) oder 01757411895
email: wuppkarawane@yahoo.de
Internet: http://www.thecaravan.org

Ort:
Das Autonome Zentrum, in dem das Seminar stattfindet,befindet sich in der Markomannenstr. 3, direkt neben der Aral Tankstelle. Ein Lageplan findet ihr auch auf http://www.az-wuppertal.de/weg/az.html

Wie komme ich dahin?

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln: Vom Wuppertal Hbf mit den Buslinien 620 (Richtung Wuppertal Kuckelsberg vom Bussteig 5), Linie 625 (Richtung Raukamp Schleife, vom Bussteig 5), Linie 635 (Richtung Wuppertal Markland, vom Bussteig 5) und Linie 645 (Richtung Raukamp Schleife vom Bussteig 4)fährt man bis zur Haltestelle Ludwigstraße. Etwa 10 Meter in Fahrtrichtung laufen, Über die Fußgängerampel auf die andere Straßenseite, an der ARAL-Tankstelle vorbei und in die erste Straße links rein. 1. Tür links führt direkt in den AZ und zum Seminar.

Mit dem Auto:
Von Autobahn 46, Ausfahrt Elberfeld, Richtung Stadtzentrum. Auf die Uellendahlerstr, die dann zu Gathestr. wird. Das AZ ist nach der alten Feuerwache und vor der Aral-Tankstelle auf der rechten Seite in der Markomannenstr.

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