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Für die Schließung des Lagers in Breitenworbis - Pressemitteilung von The VOICE Refugee Forum

Hitzige Debatte im Kreistag zum Breitenworbiser Asylbewerberheim

Heiligenstadt. An der Schwelle zum Eklat stand am Mittwoch der Kreistag. Vor Beginn der Sitzung verteilten Osaren Igbinoba von der Initiative "The Voice Refugee Forum" und Mahmoud Yassine aus dem Asylbewerberheim in Breitenworbis Flugblätter an alle Mitglieder des Gremiums.
Presse: OTZ, TLZ, TA, eichsfelder-nachrichten:
http://thevoiceforum.org/node/3521

Pressemitteilung von The VOICE Refugee Forum Thüringen, Breitenworbis, 26. März 2014

Wir, die Asylbewerber aus Breitenworbis (Eichsfeld, Thüringen, Deutschland, Europa), beschweren uns hiermit öffentlich über die Lebensbedingungen, unter denen wir leben müssen.
Durch unsere Kontakte zu "The Voice Refugee Forum" wissen wir, das der Kreistag Eichsfeld am 26. März 2014 tagen wird, um über die Situation unserer Unterbringung im Lager Breitenworbis zu beraten. Deswegen haben wir uns entschieden unsere eigenen Erfahrungen und Empörung in diese Diskussion einzubringen.

In der Zeitung “Thüringer Allgemeine” wurde Landrat Dr. Werner Henning (CDU) wie folgt zitiert: "Richtig ist, dass sich die Gemeinschaftsunterkunft cirka einen Kilometer und damit in einer zumutbaren Entfernung von der Ortsmitte der Gemeinde Breitenworbis befindet und über eine gute Busanbindung, insbesondere im Wege der Schülerbeförderung, verfügt" (http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Landrat...). Wir laden den ehrenwerten Doktor Landrat hiermit ein, diesen von ihm so persönlich empfohlenen Weg höchst selbst im Winter oder auch Herbst zu beschreiten … dann kann er uns gern nochmals von seinen Erfahrungen berichten.
Hierbei vermittelt er nebenbei den Eindruck, als wäre dieses Lager einerseits sicher und würde andererseits den vorgegebenen Standards zur Unterbringung von geflüchteten Menschen entsprechen!!
Natürlich gab es immer wieder ein Anstreichen von Wänden und Verdecken von Löchern vor solchen „Kontrollen“...
Darüber hinaus behauptet er, dass , Ihm … derzeit keine Heimbewohner bekannt (seien), die in Einzelwohnungen ziehen wollten‘, also auch keine Beschwerden von Menschen aus diesem Lager bekannt wären!!

Betrachten wir die ganze Situation mal aus einer anderen Perspektive: “The Voice Refugee Forum” und andere Initiativen und Organisationen unterstützen bereits seit mehr als 3 Jahren die Beschwerden der hier in Frage stehenden Geflüchteten und machen auf die prekären Situationen aufmerksam, unter denen diese zu leiden haben.
Mag ja sein, dass Herr Dr. Henning von Protesten und Demonstrationen in Heiligenstadt und Breitenworbis bisher noch nichts mitbekommen haben will, weil wir bisher einfach noch nicht genug Krach geschlagen haben. Das könnte zum Beispiel aber auch daran liegen, weil Geflüchtete einfach Angst haben – Angst abgeschoben zu.
Mag sein wir fürchten uns immer noch, uns diesem System entgegenzustellen, welches uns letztlich nur Schritt für Schritt und ganz langsam umbringen will.

Aber am heutigen Tag werden wir diese Epidemie der Angst überwinden und wir werden da sein, um Sie zum Zuhören zu zwingen … und mal selbst zuzuhören:
unseren Forderungen!

Für die Schließung des Lagers in Breitenworbis - Musterfax als PDF zum download: http://www.thecaravan.org/files/caravan/Breitenworbis_20130401_Musterfax... ( April 2013)
Mahmoud Yassine
The VOICE Refugee Forum Germany (Breitenworbis) E-Mail: thevoiceforum@gmx.de
For more information please check: http://thevoiceforum.org/search/node/breitenworbis

Für die Schließung des Lagers in Breitenworbis

Wir fordern die Regierung dazu auf demütigende und diskriminierende Art der Unterbringung umgehend zu beenden!
Ich unterstütze die Forderungen von geflüchteten Menschen aus dem Lager in Breitenworbis und fordere deshalb:
– die Schließung des Lagers in Breitenworbis und überall
– selbstbestimmtes Leben in Wohnungen mit ausreichendem Wohnraum
– freie Wahl des Wohnortes
– Abschaffung der Residenzpflicht
– das Ende der Isolation von Geflüchteten und ein selbstbestimmtes Leben in der Gesellschaft
– Ausreichende ärztliche Versorgung und freie Arztwahl
– Zugang zu psychologischer Hilfe
– Freien Zugang zu Bildung sowie Arbeits-, Ausbildungs- und Kindergartenplätzen
– das Ende von rassistischer und herabwürdigender Behandlung durch Behörden und Lagerpersonal
- Probleme müssen gehört und ernst genommen werden
– die Abschaffung aller rassistischen Sondergesetze für Geflüchtete und Migrant_innen
- den Stopp aller Abschiebungen
– ein Aufenthaltsrecht für ALLE

Mit freundlichen Grüßen.
Bewohnerinnen von Breitenworbis Asylbewerberheim

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